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Der Zukunftsforscher Lars Thomsen hat 7 Tipping Points der nächsten 600 Monate definiert (1). Einer davon ist KI (Künstliche Intelligenz) im Alltag. Tatsächlich befindet sich die Gesellschaft an einem Wendepunkt hinsichtlich der Nutzung von intelligenten Technologien.

Nähert man sich dem Thema von der Geschichte her, so kommt man nicht umhin, auf die verschiedenen sogenannten Industriellen Revolutionen einzugehen:

  1. Industrielle Revolution (1760 – 1840) geprägt durch die Einführung der Dampfmaschine
  2. Industrielle Revolution (1890 – 1920) Einführung von Elektrizität und Fließband
  3. Industrielle Revolution (1960 – 1990) Aufkommen von Computer und Intranet
  4. Industrielle Revolution (2020- ongoing) Künstliche Intelligenz und erweiterte Sensorik

Jede dieser Industriellen Revolutionen ist mit tiefgreifenden Veränderungen gesellschaftlicher Rahmenbedingungen einher gegangen, mit denen Werte und Normen an die neuen Gegebenheiten angepasst worden sind. Stellvertretend sei hier das Aufkommen von Gewerkschaften oder die Einführung von Sozialsystemen genannt, die eine Antwort auf die drängendsten Fragen des sich ändernden Mensch-Maschinen-Weltbildes waren.

Die aktuellen Veränderungen, die vor allem durch eine immer stärkere Verbreitung von Maschine Learning, Automatisierung, künstlicher Intelligenz  sowie „smarten“ Devices gekennzeichnet ist führen zu der Notwendigkeit, sich mit den sozialen, kulturellen als auch gesellschaftlichen Konsequenzen dieser Entwicklung auseinander zu setzen.

Gerade Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen, digitalen Produkten und IT Dienstleistungen müssen hier eine Vorreiterrolle zukommen. Sie müssen Corporate Digital Responsibility (CDR) oder Digital Ethic zu einem Kern ihres Handelns und ihrer Unternehmenskultur machen.

Der Kern einer CDR Strategie sollte aus folgenden Bausteinen bestehen:

  • Datenschutz und Datenethik, Umsetzung der rechtlichen Vorgaben, aber auch eine kritische Auseinandersetzung mit der Notwendigkeit der Speicherung und auch der Konsequenz der Verarbeitung und Kombination von Daten.
  • Firmenethik bzgl. des eigenen unternehmerischen Verhaltens und Ableiten eigener Empfehlungen basierend auf der Aussage, dass nicht jedes Handeln, welches legal ist auch ethisch richtig ist.
  • Nachhaltigkeit des eigenen Handelns: Ziel der CDR Strategie muss ein nachhaltiges, langfristiges und stabiles Wertesystem für das Unternehmen sein, an dem sich Mitarbeiter, Projekte und Produkte ausrichten können.
  • Gesellschaftliche Implikationen: Teil eines jeden Produktes und Angebotes muss die Betrachtung der möglichen negativen Auswirkungen auf die Mitarbeiter, Kunden und andere gesellschaftliche Stakeholder sein.
  • Betrachtung von „Technical Misconduct (2)“:  Digital Ethic muss auch immer mögliche negative Entwicklungen der eigenen Produkte berücksichtigen und Mitigationsstrategien fordern.

Zusammenfassend muss Digital Ethic Teil einer umfassenden Corporate Social Responsibility Strategie sein, die neben der grundsätzlichen Verantwortung von Unternehmen für die sozialen Aspekte der Gesellschaft auch ein reflektiertes Auseinandersetzen mit den Folgen eigener digitaler Angebote und vernetzter oder smarter Produkte beinhaltet.

1. https://fuse-ai.de/en/ki-blog/zukunftsforscher_thomsen_zukunftstechnologien/

2. https://www.theguardian.com/technology/2016/mar/24/tay-microsofts-ai-chatbot-gets-a-crash-course-in-racism-from-twitter

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